
Live-Coding, Klavier und Trompete: 42Berlin erwacht auf eine neue Art zum Leben
Es kommt nicht jeden Tag vor, dass wir live und multidisziplinär Musik vor unseren Augen bestaunen können. Vor ein paar Wochen hatten wir auf dem #42Berlin-Campus die Gelegenheit, genau das zu tun.
Es ist kein Geheimnis, dass 42 Berlin mehr sein will als nur eine Schule für Softwaretechnik. Wir wollen inspirieren, einen Raum schaffen, in dem unsere Schüler/innen große Träume verwirklichen können, und so viel wie möglich dafür tun, dass unsere Gemeinschaft auf vielfältige und kreative Weise wächst.
Eine Möglichkeit, diese Mission umzusetzen, besteht darin, zu zeigen, wie die Technik mit der kreativen Welt, insbesondere der Musik, verschmelzen kann. Musik ist auf der ganzen Welt ein Mittel der Verbindung, und das schließt Softwaretechnik nicht aus.
Am Donnerstag, den 19. Oktober, wird das dynamische Trio von Bechir Mrad, Khalid Hanafia & Nils Haack brachte in Form einer multidisziplinären Musikperformance eine ganz neue Energie in unser #LearningSpaceship. Live-codierte algorithmische Beats und Visuals, Synthesizer, ein elektronisches Keyboard und eine Trompete bildeten diesen musikalischen Wandteppich; ein Fest für Ohren und Augen.
Da es das erste Mal war, dass wir neben Live-Code auch Instrumentalmusik präsentierten, entstand auf dem Campus eine ganz besondere Atmosphäre. Schon in den ersten 2 Minuten nach Beginn der Musik wurde das Publikum zum Tanzen animiert, während wir gemeinsam die Schönheit des Aufeinandertreffens der Musik- und der Technikwelt genossen.
Wir haben uns mit dem Live-Coder und Mitbegründer der Actitude Kollektiv, Bechir Mrad, um über seine Kunstform zu sprechen.
Geboren und aufgewachsen in Tunis, wird er von einer unstillbaren Neugierde für die Erforschung von Klängen und einer tief verwurzelten Liebe zur Musik angetrieben.
Wie hast du deinen Weg in den Bereich des Live-Codings gefunden?
Weißt du, mein Weg zum Live-Coding war ein bisschen unerwartet. Ich bin DJ und Musikproduzent, also war Musik schon immer meine Leidenschaft. Aber ich arbeite auch als Software-Ingenieur, und da wurde es interessant.
Eines Tages kam mir die Idee: Warum sollte ich meine Liebe zur Musik nicht mit meinen Programmierkenntnissen kombinieren? Also beschloss ich, Musik live zu programmieren. Es ist, als würde ich zwei meiner Lieblingsgeschmacksrichtungen mischen und ein ganz neues Gericht kreieren!
Der Übergang war kein Spaziergang, aber es fühlte sich wie eine natürliche Entwicklung an. Mit Live-Coding konnte ich auf der Stelle Melodien und Beats kreieren, indem ich einfach nur Codezeilen eintippte. Es ist, als würde man Musik in Echtzeit komponieren! Und die visuellen Effekte, die ich hinzufügen konnte - es ist, als würde ich die Bühne mit Sound und Farben bemalen. Wer hätte gedacht, dass Programmieren so künstlerisch und musikalisch sein kann?
Live-Coding ist nicht nur ein kreatives Ventil, sondern eine Brücke zwischen zwei meiner größten Leidenschaften, und ich kann diese Begeisterung mit einem Publikum teilen. Es geht darum, Grenzen zu überschreiten, das Unbekannte zu erforschen und dabei einzigartige Klänge zu erzeugen. Und ich genieße jede einzelne Minute davon.
Deine Performance hat Kunst und Technik miteinander verschmolzen - was denkst du über den Übergang zwischen diesen beiden Bereichen?
Wie wichtig es ist, Kunst und Technik in Einklang zu bringen, wird bei dieser Performance deutlich. Es ist, als würde man Tradition mit Innovation verbinden; die Eleganz klassischer Instrumente wie Klavier und Trompete mit der Echtzeit-Kreativität des Live-Codes.
Das Ergebnis war eine dynamische Kunstform, die ohne diese Abstimmung nicht möglich gewesen wäre. Die Aufführung zeigte, dass die Verbindung von Kunst und Technik nicht nur wichtig, sondern in unserer modernen Zeit unerlässlich ist. Sie öffnet die Türen zu neuen Ausdrucksformen.
Die Echtzeit-Interaktion zwischen den Musikern und der Live-Codierung sorgte für zusätzliche Spannung und machte das Erlebnis noch eindringlicher. Außerdem wurde die Kunst dadurch zugänglicher und greifbarer. Sie überbrückte die Kluft zwischen dem Vertrauten und dem Unbekannten und sorgte dafür, dass das Publikum auf einer persönlichen Ebene mit der Performance in Verbindung treten konnte.
Um deine Frage zu beantworten: Die Verbindung von Kunst und Technologie ist zweifelsohne von großer Bedeutung. Sie bereichert die Kulturlandschaft, erweitert die Grenzen der Kreativität und regt uns dazu an, über die Art und Weise nachzudenken, wie wir als Menschen mit Technologie umgehen.
Es ist ein Crossover, der meiner Meinung nach vielversprechend für die Zukunft des künstlerischen Ausdrucks ist.
Welchen Rat würdest du denjenigen geben, die mit Live-Coding beginnen oder ihre Programmierkenntnisse für eine kreative Arbeit nutzen wollen?
Wenn du in das Live-Coding eintauchen oder deine Coding-Fähigkeiten für kreative Zwecke nutzen willst, gilt: Sei mutig und hab Spaß am Experimentieren!
Live-Coding ist wie eine musikalische Jamsession, bei der Fehler nur eine weitere Note sind. Es geht darum, spontan zu programmieren, und das bedeutet, dass du einige unerwartete Noten treffen wirst, aber diese falschen Noten können zu fantastischen Überraschungen führen.
Du musst kein Programmiergenie sein, um anzufangen; schau dir einfach die Tools und Plattformen für Live-Coding an. Probiere verschiedene Programmiersprachen und Musiksoftware aus, bis du das findest, was deiner kreativen Ader entspricht. Tritt mit anderen Künstlern in Kontakt, jammt zusammen und schaut euch Live-Shows an, um den kreativen Buzz zu spüren.
Das Tolle daran ist, dass es nicht den einen “richtigen” Weg gibt, sondern dass es nur darum geht, deinen eigenen Groove zu finden und deine kreativen Grenzen auszuloten.
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Schau dir unser nächstes kreatives Event an, bei dem eine Vogue-Performance und ein Workshop unseren Campus erhellen werden. Das Event findet am Donnerstag, den 23. November statt. hier.
Willst du unsere Räume nutzen, um deine Kunst zu präsentieren? Melde dich bei [email protected] & lass uns ein Brainstorming machen.